Der zahnärztliche Notfall – Tipps für Patienten

Zahnärztlicher Notdienst:

Zahnärztlicher Notdienst Hannover: 0511 – 31 10 31

Notdienst der Apotheken:

Welche Apotheke in Ihrer Nähe gerade Notdienst hat, erfahren Sie aus Ihrer Tageszeitung, den Aushängen in den Apotheken oder unter www.apotheken.de

Medikamente gegen Zahnschmerzen

Zur kurzfristigen Schmerzlinderung bei Zahnschmerzen empfehlen wir Ihnen Ibuprofen oder Paracetamol.

Aspirin ist nicht zu empfehlen, da das Medikament blutverdünnend wirkt und damit Blutungen aus der Wunde provozieren kann.

Bitte beachten Sie immer die Packungsbeilage und die maximale Tagesdosis der jeweiligen Medikamente.

Bei länger andauernden Schmerzen sollten Sie immer einen Zahnarzt aufsuchen.

Häufige Probleme

Dicke Backe

Schmerzen nach einer Zahnentfernung oder anderen Eingriffen

Anhaltende Blutung

Krone / Inlay / Brücke verloren

Provisorium verloren / zerbrochen

Eine Füllung herausgefallen oder ein Stück abgebrochen

Zahn abgebrochen

Zahn ausgeschlagen

Aufbiss- / Berührungsempfindlichkeit eines Zahnes

Kälteempfindlichkeit eines Zahnes

Wärmeempfindlichkeit eines Zahnes

Bruch einer Kunststoffprothese

Druckstelle durch eine Prothese

Kieferklemme (der Mund geht nicht ganz auf)

Kiefersperre (der Mund geht nicht ganz zu)

Dicke Backe

Eine „dicke Backe“ ist in aller Regel auf eine akute, bakterielle Infektion zurückzuführen. Es ist dabei besonders wichtig, eine weitere Ausbreitung der Infektion in die Weichteile zu vermeiden. Sofern die Schwellung mit Fieber oder Übelkeit einhergeht, sollten Sie umgehend unsere Praxis aufsuchen oder am Wochenende den zahnärztlichen Notdienst. Bitte beachten Sie, dass eine dicke Backe nur selten von alleine zurückgeht. Unterstützende Maßnahmen sind feucht-kalte Umschläge sowie die Vermeidung körperlicher Anstrengungen. In machen Fällen bringt auch Wärmeanwendung eine gewisse Linderung, sie sollten sich jedoch auf keinen Fall der direkten Sonneneinstrahlung aussetzen.

Eine dicke Backe kann auch andere Ursachen haben, z. B. Muskelverspannung, Entzündung einer Speicheldrüse, etc. Bitte suchen Sie zur Abklärung die Praxis auf.

Schmerzen nach einer Zahnentfernung oder anderen zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen  (z. B. Implantation, Wurzelspitzenresektion)

Das Auftreten eines Wundschmerzes nach einem zahnärztlich-chirurgischen Eingriff ist fast unvermeidlich. Sie können den Schmerz lindern, indem Sie sich schonen, körperliche Anstrengungen vermeiden und die Wunde kühlen. Bitte eine Unterkühlung durch ständigen Kontakt mit Eis vermeiden. Ein feucht-kalter Umschlag reicht vollkommen aus.

Bei der Einnahme von Schmerztabletten sind Ibuprofen oder Paracetamol vorzuziehen. Aspirin kommt aufgrund der blutverdünnenden Eigenschaften nicht in Frage.

Eine leichte Schwellung nach einem solchen Eingriff ist normal und kein Grund zur Sorge. Die Schwellung nimmt oftmals in der Nacht etwas zu. Insgesamt sollten Schwellung und Schmerzen aber mit der Zeit abnehmen. Dies kann unterschiedlich lange dauern; die Tendenz ist wichtig. Sollten nach einigen Tagen die Schmerzen oder die Schwellung zunehmen, oder sich ein unangenehmer Geschmack im Mund entwickeln, kommen Sie bitte zur erneuten Kontrolle in die Praxis.

Nach chirurgischen Eingriffen sollte jede Form von körperlicher Anstrengung vermieden werden. Alkoholische Getränke und nikotinhaltige Genussmittel sind mindestens 24h zu vermeiden. Zudem empfiehlt es sich 1-2 Tage auf milch- und mehlhaltige Speisen zu verzichten, da diese das Wachstum von Bakterien fördern. Die Mundhygiene sollte grundsätzlich weiterhin erfolgen. In der Nähe der Wunde möglichst vorsichtig mit der Zahnbürste putzen. Benutzen Sie gegebenenfalls eine Mundspüllösung.

Anhaltende Blutung nach einem zahnärztlich-chirurgischen Eingriff

Nicht zu stoppende Blutungen bedürfen immer einer zahnärztlichen Behandlung. Sollte eine Wunde einige Stunden nach einem zahnärztlichen Eingriff, z. B. einer Zahnextraktion, wieder zu bluten beginnen, so kann das mehrere Ursachen haben.

Treten nach 2-4 Stunden leichte Blutungen auf, liegt dies meist daran, dass die Betäubung nachlässt. Die vorher verengten Gefäße werden wieder weiter, was zu Blutungen führen kann. Diese sind im Normalzustand aber nur schwach und stoppen nach einiger Zeit.

Beginnt eine Wunde nach mehr als 12 Stunden wieder zu bluten, kann dies auf einer Wundheilungsstörung beruhen. In diesen Fällen ist es dem Körper nicht gelungen, einen festen Blutpfropfen in der Wunde zu bilden oder dieser ist später wieder zerfallen. Ursachen dafür können sowohl eine Immunschwäche des Körpers (z. B. aufgrund einer Erkältung, Grippe) sein, als auch ein Fehlverhalten des Patienten.

Körperliche Anstrengungen, Sonnenexposition, Saunabesuche und auch das massive Ausspülen der Wunde können zum Verlust des Blutpfropfens und damit zu einer Nachblutung führen.

Blutverdünnende Medikamente wie Aspirin, Marcumar etc. verursachen in vielen Fällen Nachblutungen. Auf Aspirin als Schmerzmittel sollte nach chirurgischen Eingriffen grundsätzlich verzichtet werden. Die ständige Einnahme von Marcumar oder ähnlichen Medikamenten zur Gerinnungsregulierung darf allerdings nur nach Rücksprache mit dem Hausarzt unterbrochen werden!

Weitere Gründe für eine Nachblutung können Krankheiten sein, die die Blutgerinnung hemmen (sog. Hämorrhagische Diathese).

Was kann ich tun, wenn die Wunde weiterhin blutet?

Ausruhen! Legen Sie sich hin, Kopf etwas erhöht. Körperliche Anstrengungen vermeiden!

Nichts trinken! Insbesondere Kaffee und Alkohol fördern die Blutung.

Druck ausüben! In vielen Fällen kann die Blutung durch Kompression der Wunde gestillt werden. Verwenden Sie dafür am besten ein Stofftuch mit einem Knoten, den Sie auf die Wunde legen und ruhig zubeißen (ca. 30 Minuten).

Sollte sich die Blutung durch diese einfachen Maßnahmen nicht stillen lassen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt zu uns auf.

Zur Beruhigung: Blutungen nach zahnärztlichen Eingriffen sind in aller Regel geringfügig. Oft entsteht aufgrund der Vermischung des Blutes mit Speichel der Eindruck, es handele sich um einen großen Blutverlust, was meist nicht der Fall ist.

Krone / Inlay / Brücke verloren

Derartige Versorgungen können nach vielen Jahren herausfallen, weil die Klebewirkung des Befestigungszements nachlässt. Bei gesunden Zähnen können wir Ihnen die Versorgung dann einfach wieder zementieren. In vielen Fällen wird die Krone o.ä. aber auch locker, weil sich darunter eine Karies gebildet hat. In diesem Fall muss zunächst die Karies behandelt werden und dann prüfen wir, ob die Krone noch dicht mit dem Zahn abschließt.

Sie können versuchen, die Versorgung mit etwas Zahnpasta vorübergehend wieder einzukleben. Nehmen Sie bitte parallel dazu Kontakt mit uns auf, damit wir Ihnen einen Termin zur definitiven Wiederbefestigung der Versorgung geben können.

Provisorium verloren / zerbrochen

Sollte Ihr Provisorium im Ganzen herausgefallen sein, empfiehlt es sich, dies selbst wieder einzusetzen. Die richtige Position zu finden, erfordert häufig etwas Fingerspitzengefühl. Vorher sollte es unter fließendem Wasser mit der Zahnbürste gereinigt werden. Damit das Provisorium nicht gleich wieder herausfällt, kann man es mit etwas Zahnpasta wiedereinsetzen. Passt das Provisorium nicht mehr oder ist es zerbrochen, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

Sollte der Zahn sehr temperaturempfindlich sein, kann es etwas Linderung verschaffen, den Zahn vorübergehend mit einem zuckerfreien Kaugummi abzudecken.

Füllung verloren / abgebrochen

Häufig gehen Füllungen verloren, weil sich unter der Füllung Karies gebildet hat. An einer Karies hält die Füllung nicht. Der Zahn ist dann meist empfindlich, insbesondere auf Kaltes und Süßes. Um eine Reizung und Entzündung des Zahnnervens zu vermeiden, sollte der Zahn möglichst bald wieder versorgt werden. Bis dahin sollte eine Reizung des Zahnes vermieden werden. Ebenso sollten sie das Kauen von harten Speisen vermeinden, da Zähne, die eine größere Füllung verloren haben, häufig frakturgefährdet sind. Bitte treten Sie umgehend mit uns in Kontakt, damit wir schlimmere Komplikationen vermeiden können.

Zahn abgebrochen

Je nachdem, wie groß das abgebrochene Zahnstück ist, müssen von Seiten des Zahnarztes ganz unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden. Diese reichen von einer einfachen Glättung, über eine Füllung oder Wurzelbehandlung, bis hin zur Extraktion des Zahnes. Manchmal ist es auch möglich, das abgebrochene Stück wieder anzukleben. Bitte lagern Sie es feucht (z.B. in einer Zahnrettungsbox oder H-Milch) und bringen es mit zur Behandlung.

Damit wir Ihren individuellen Fall richtig einschätzen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

Zahn ausgeschlagen

Komplett ausgeschlagene, bleibende Zähne können in vielen Fällen wieder eingesetzt werden, sofern kein Schaden an der Wurzeloberfläche entstanden ist. Der dauerhafte Erfolg des Wiedereinsetzens hängt entscheidend von der Verweildauer des Zahnes außerhalb des Mundes und vom Transportmedium ab. Der Zahn sollte so schnell wie möglich wieder in das Zahnfach eingesetzt werden. Es wird dringend geraten, dies nur durch einen Zahnarzt durchführen zu lassen, da eine adäquate Reinigung und das Zurücksetzen in die richtige Position nur durch diesen möglich sind.

Was tun, wenn ein Zahn ausgeschlagen wurde?

Zahn suchen.

Den ausgeschlagenen Zahn nur an der Zahnkrone – nicht an der Zahnwurzel anfassen.

Nicht säubern oder desinfizieren.

Zahn sollte nicht austrocknen. Am besten legt man ihn sofort in eine Zahnrettungsbox (siehe unten). Ist keine Zahnrettungsbox zur Hand, nimmt man ein Gefäß mit H-Milch, isotoner Kochsalzlösung oder Speichel.

Bei starker Blutung Gaze oder sauberes, fusselfreies Textilstück (z.B. Stofftaschentuch) auf die Wunde drücken und kühlen.

Schnellstmöglich Zahnarzt oder Zahnklinik aufsuchen. Bei größeren Verletzungen im Gesichtsbereich wenden Sie sich bitte direkt an die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie der MHH.

Das ideale Transportmedium stellt eine Zahnrettungsbox dar. Sie enthält eine spezielle Zellnährlösung, die das Austrocknen des Zahnes verhindert und ein Überleben der Zellen über 24 bis 48 Stunden ermöglicht. Die Zahnrettungsbox (z. B. Dentosafe oder SOS-Zahnbox) kostet ca. 20 Euro und ist in Apotheken erhältlich.

Auf keinen Fall sollte der Zahn in einem trockenen Taschentuch transportiert werden. Dies führt fast immer zu einer unwiderruflichen Zerstörung der wichtigen Zahnwurzelhaut.

Ausgefallene Milchzähne werden nicht wiedereingesetzt. Ein Zahnarzt sollte nach einem Zahnunfall jedoch immer aufgesucht werden. Einerseits um die Wunde zu inspizieren, andererseits um die Unfallfolgen zu dokumentieren. Denn z.B. bei Unfällen in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten haftet die Gemeinde-Unfallversicherung auch für eventuelle Spätfolgen!

Aufbiss- / Berührungsempfindlichkeit eines Zahnes

In diesen Fällen ist meist die Wurzel des Zahnes entzündet. Hier ist kein Zuwarten angezeigt, da diese Entzündung innerhalb kurzer Zeit zu massiven Schwellungen führen kann. Bitte vermeiden Sie körperliche Anstrengungen und Sonnenexposition sowie den Genuss anregender Mittel (wie Kaffee, Tee, Cola, etc.). Der schmerzende Zahn sollte eher gekühlt werden.

Kälteempfindlichkeit eines Zahnes

Mögliche Ursachen:

Karies

undichte Füllung

Reizung nach der Versorgung mit einer neuen Füllung oder Krone Dies kann normal sein – allerdings sollte die Empfindlichkeit in diesen Fällen nicht zunehmen, sondern tendenziell abnehmen.

freiliegende Zahnhälse

Überbelastung einzelner Zähne z. B. durch stressbedingtes Aufeinanderpressen der Zähne oder Knirschen

Damit wir Ihren individuellen Fall richtig einschätzen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.

Wärmeempfindlichkeit eines Zahnes

Hierbei handelt es sich meist um eine Nerventzündung des Zahnes. Typisches Symptom ist auch die kurzzeitige Linderung bei Spülung mit kaltem Wasser. Vermeiden Sie Wärmezufuhr. Es muss in diesen Fällen ein Zahnarzt aufgesucht werden, auch wenn die Schmerzen plötzlich komplett zurückgehen. Ursache ist hier meist das endgültige „Absterben“ des Nerven. Zwar verschwinden dann die Schmerzen, der Schein trügt aber, da es innerhalb von Tagen und Wochen, kurzfristig zu einer starken Vereiterung des Zahnes kommen kann. Das Mittel der Wahl bei einer starken Nerventzündung ist die Einleitung einer Wurzelbehandlung.

Bruch einer Kunststoffprothese

Es kann vorkommen, dass eine Kunststoffprothese in der Mitte durchbricht oder ein einzelner Zahn herausbricht. In beiden Fällen muss die Prothese durch ein zahntechnisches Labor wiederhergestellt werden (die Kontaktaufnahme mit diesem darf nur über einen Zahnarzt erfolgen). Sofern dies am Wochenende oder feiertags passiert, fragen Sie bitte vorher bei Ihrem Notzahnarzt an, ob er die Möglichkeit hat, diese zu reparieren. In den meisten Fällen steht leider zu diesen Zeiten kein zahntechnisches Labor zur Verfügung. Teilweise besitzen Zahnärzte einen Spezialkleber, mit dem die Prothese zumindest provisorisch bis zum nächsten Werktag repariert werden kann. Es wird dringend davon abgeraten, die Bruchstücke selbst zu verkleben. Handelsübliche Sekundenkleber sind in den meisten Fällen wasserlöslich. Aufgrund des Speichels löst sich die Klebeverbindung dann schnell wieder auf – zudem sind derartige Sekundenkleber gesundheitsgefährdend. Schon ein einmaliger Klebeversuch führt außerdem meist dazu, dass die Bruchflächen verunreinigt werden und der Zahnarzt die Bruchteile damit nicht mehr in der Ursprungsposition zurücksetzen kann oder sein Spezialkleber nicht mehr hält.

Druckstelle durch eine Prothese

Neu hergestellte oder unterfütterte Prothesen führen oft zu Druckstellen – das ist leider in vielen Fällen nicht zu vermeiden. Dies kann äußerst unangenehm sein. Sofern die Druckstelle nicht zeitnah entfernt werden kann, empfiehlt sich daher die vorübergehende Entfernung der Prothese aus dem Mund. Einige Stunden vor dem Zahnarztbesuch sollte die Prothese aber möglichst wieder getragen werden, da wir sonst nur schwer erkennen können, an welcher Stelle genau die Prothese nicht passt und verändert werden muss. Sofern eine Druckstelle besteht, vermeiden Sie sehr saure Nahrungsmittel und körnige Speisen, die zusätzliche Schmerzen verursachen könnten.

Die wunde Stelle im Mund können Sie mit Salbe behandeln. Es eignen sich dafür z.B. Kamistad Gel, Recessan Salbe, Dynexan-Salbe etc.. Diese gibt es frei verkäuflich in Ihrer Apotheke.

Kieferklemme (der Mund geht nicht ganz auf)

Die häufigste Ursache einer erschwerten Mundöffnung sind Entzündungen im Bereich der Weisheitszähne, schmerzende Operationswunden und Schwellungen.

Auch Muskelverspannungen können eine Kieferklemme auslösen. Bei Muskelverspannungen hilft es, die Muskulatur zu erwärmen (z. B. mit Rotlicht oder warmen Umschlägen) und sanfte Dehnübungen (bis zur Schmerzgrenze, nicht darüber hinaus !) zu machen. Dabei drückt man die Zahnreihen mit den Fingern oder einer Reihe Holzspateln auseinander.

Die Ursachen für eine Kieferklemme können jedoch vielfältig sein. Eine einheitliche Therapieempfehlung für Patienten gibt es nicht. Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf!

Kiefersperre (der Mund geht nicht ganz zu)

Wenn Sie den Mund nicht ganz schließen können, so ist die Ursache dafür häufig ein „Ausrenken“ des Kiefergelenks. Das „Einrenken“ erfolgt durch einen Zahnarzt oder Pysiotherapeuten. Zu hohe Füllungen oder noch nicht richtig angepasster Zahnersatz können auch zu einer Kiefersperre führen. Bitte beachten Sie, dass zu hohe zahnärztliche Versorgungen sich nicht von alleine „einbeißen“ – die modernen Materialien sind zu hart dafür.